Ist Kreativität in der Fotografie lernbar?


Wie Du ab heute einmalige und kreative Fotos knipst -

Mit diesen 4 Tipps klappt´s bestimmt.

In der Zeit von Instagram und Pinterest sind die Anforderungen an gute Fotos extrem hoch. Die Social Media Portale sind über und über gefüllt mit wunderschönen und einmaligen Fotografien. Egal ob es Hochzeitsreportagen, Naturfotografie oder ein “ganz normales” Portraitfoto ist - oft sind es einfach richtig gute Shots. Und natürlich sind wir alle auf der Suche nach noch mehr Kreativität, ausgefallenen Locations und dem #picoftheday.


In diesem Blog gehts nicht in erster Linie um die Technik, sondern darum, wie deine Bilder mit wenigen Tricks einen eigenen, coolen Look bekommen. Schluss mit den 0815 Fotos: lerne, wie einfach es ist, deinen Aufnahmen Leben einzuhauchen. Lerne, Bilder zu knipsen, die du gerne mit der ganzen Welt teilst - einfach weil sie einmalig sind.

Hier kommen meine Tipps und Tricks für deine nächsten Foto-Shots:



1. Die Location

Verbringe nicht Stunden damit, die perfekte Location im Internet zu suchen. Oft ist sie genau vor deiner Nase. Lerne, mit anderen Augen zu sehen und die Details zu erkennen. Du brauchst nicht auf Afrika Safari zu gehen oder den Mount Everest zu besteigen. Eine alte Mauer in der Altstadt, ein Tunnel, ein schöner Sonnenuntergang oder sogar das eigene Wohnzimmer sind oft wunderbare Fotolocations. Weniger ist oft mehr.


2. Das Licht

Eine schlichte Location mit dem richtigen Licht kombiniert erzeugt wahre Wunder. Teste alles aus. Gegenlicht kann cool aussehen. Mir persönlich gefallen Fotos, die mit indirektem Licht fotografiert werden. Ich stelle mein Model z.B. in den Tunneleingang oder einen Hauseingang. So weit, dass das Gesicht ganz im Schatten ist. Das nennt man auch im "offenen Schatten" fotografieren. Das Streulicht erzeugt einen super Studiolook - ganz ohne Blitzanlage. Im direkten Sonnenlicht zu fotografieren rate ich grundsätzlich ab. Suche dir schattige Plätze, damit die Augen schön zur Geltung kommen und du keine harten Schatten hast.




3. Das Posing

Das ist etwas, dass echt Zeit und Erfahrung erfordert. Auch wenn du heute in diesem Bereich noch nicht so viele eigene Ideen hast, heisst das nicht, dass du niemals kreative Fotos machen kannst. Am Anfang hilft es bestimmt, wenn du bereits 3-4 Ideen mit ans Shooting bringst. Später, mit der Routine, wirst du aber zuerst herausfinden wie die Person, das Paar / Brautpaar tickt und das Fotoshooting wird sich spontan entwickeln.

Vor allem bei Hochzeitsreportagen, weiss das Brautpaar nicht, wie sie stehen oder was sie machen sollen. Hier ist es megawichtig, dass du das Paar leitest und ihnen die Angst vor dem Shooting nimmst. Es hilft, wenn du hier eigene Ideen hast. Dazu aber einen eigenen Blog. Wenn du Fotos mit deinen Freunden machst, einfach zum Spass oder für Instagram etc. Hier ein paar Tipps:


  • Bewegte Fotos sind authentisch. Das Model / Brautpaar soll sich bewegen, einmal im Kreis drehen oder eine Strasse entlang laufen / springen.

  • Direkt in die Kamera schauen ist okay, aber nicht immer. Besser an der Kamera vorbei oder in eine ganz andere Richtung schauen. Das gilt vor allem bei Paar-Aufnahmen.

  • Was mache ich mit den Händen? Ja diese sind immer irgendwie komisch auf den Fotos. Die Arme dürfen nicht gerade nach unten fallen. Das ist ein absolutes No-Go! Ebenso die Faust. Ja oft macht man unbewusst eine Faust…

Besser:

  • In die Hosentaschen

  • In die Hüfte

  • Auf den Po

  • Verschränken

  • Mit den Haaren spielen

  • Die geöffnete Jacke links und rechts halten

  • Usw


4. Zeit


Klingt logisch und ist doch wichtiger, als du jetzt denkst. Mich fragen alle, wie viel Zeit sie für das Shooting einplanen sollen. Und wirklich alle sind erstaunt ab meiner Antwort. Und wirklich alle geben mir am Schluss recht. Viele sagen, wir wollen doch nur ein paar schöne Erinnerungsbilder. Das ist auch okay und wenn es um ein Babybauch-Shooting geht, stimme ich zu, dass 10-15 Bilder ausreichen. Aber auch da muss mindestens eine Stunde Zeit eingerechnet werden. Stressfrei zu fotografieren bedeutet, Zeit für kreative Ideen und eine lockere Stimmung, die dann auch auf den Fotos zu sehen ist. Plane immer 10 Minuten “warm up” ein. Kein Brautpaar, keine Familie und kein Paar steht vor die Kamera und ist locker und easy und es entstehen auf Anhieb spontane, schöne Bilder. Es braucht Zeit. Wenn du viel draussen fotografieren willst, so wie ich, dann kann auch das Wetter sehr wechselhaft sein. Du darfst ehrlich sein und deinen Kunden sagen, dass du Zeit brauchst, um die Kamera richtig einzustellen, evtl. Mal ein Objektiv zu wechseln etc.

Lieber von Anfang an mehr Zeit einplanen als dann ein stressiges Shooting.


Ungefähre Zeit-Berechnung für Outdoor-Shootings:

Babybauch: 1h

Portrait / Paar: 1 - 1.5h

Familie: 1.5 - 2h (Mit Kids immer mehr Zeit einplanen)

Baby: 1.5h

Brautpaarshooting: 1.5 - 2h

Auch in 2 Teilen möglich: 1. Treffen am Morgen, kleines Shooting von 1h

Am Abend nochmals ein kurzes Shooting von 30 - 45 Minuten wenn das Licht

optimal ist (romantische Abendstimmungs-Bilder)


Zu diesen Zeitangaben kommen natürlich noch den Anfahrtsweg, Begrüssung, Small Talk, kurze Besprechung über Wünsche & eigene Ideen etc.

Ein paar abschliessende Worte:

Habe Spass am Lernen, besser werden und austesten. Sei mutig und probiere Neues aus. Wenn du noch ganz am Anfang stehst, frage Freunde, Eltern und Bekannte. Sie werden dir bestimmt zur Verfügung stehen. Meine Eltern und Grosseltern stehen nicht gerne vor der Kamera. Und auch sie musste ich nicht überreden für ein spontanes Fotoshooting.

Lese meine weiteren Blogbeiträge und schreibe mir, falls du konkrete Fragen hast oder ein Fotoworkshop machen möchtest, um noch schneller an dein Ziel zu kommen.


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